Foto: Sabine Manneke

Jugend pflegt Kriegsgräber

Erlös der Grabpflege ist für die Diakonstelle

Jugendliche unter Leitung von Erwachsenen pflegen die Kriegsgräber auf unserem Friedhof. Dafür bekommt unsere Kirchengemeinde von der Gemeinde Südheide die beträchtliche Summe von 3000 Euro. Diese Summe fließt ganz und gar in den Haushalt für Kinder- und Jugendarbeit.

Über den Erlös der Grabpflege, Kollekten und Einzelspenden finanzieren wir die Kinder- und Jugendarbeit in unserer Kirchengemeinde. Wir sind sehr dankbar für jede Unterstützung.
 

10-jähriges Jubiläum 2009-2019
Evangelische Jugend pflegt Kriegsgräber


Es ist geschafft: Am Tag vorm Volkstrauertag beendete die Grabpflegegruppe der Evangelischen Friedenskirche ihre diesjährige Saisonarbeit mit einem großen gemeinsamen Arbeitseinsatz auf dem Friedhof und einem anschließendem Frühstücksbuffet im Gemeindehaus. Vom Frühjahr an bis zum Volkstrauertag fanden sich im 14-tägigen Wechsel drei Gruppen Jugendlicher mit einigen Eltern auf unserem Friedhof ein, um die Gräber der Opfer der beiden Weltkriege zu pflegen. Dazu gehört es, alles regelmäßig von Unkraut zu befreien, im Herbst das Laub zu entfernen und für schön geharkte Wege und Flächen zu sorgen. In der Regel sind es Mädchen und Jungen, die im vorausgegangenen Frühjahr konfirmiert worden sind, manchmal auch etwas ältere.

Warum tun Unterlüßer Jugendliche das, warum finden sie – inzwischen seit über zehn Jahren - zu diesen Arbeitseinsätzen zusammen?

„Wir verdienen auf diese Weise eine Menge Geld für die Kinder- und Jugendarbeit unserer Kirchengemeinde“, so eine genannte Begründung. Hintergrund dessen war, dass wir bislang unsere Diakon-Stelle ganz von Spendengeldern finanzierten. Im Oktober 2019 wechselte Diakon vertragsbedingt zurück in den Kirchenkreis Uelzen. Nun hat ein anderes Team diese Arbeit übernommen und will sie sogar noch intensivieren. Da ist eine solche Verdienstmöglichkeit natürlich hochwillkommen. Aber auch andere Beweggründe sind es, die einen solchen Einsatz lohnend machen: „Es ist eine tolle Gemeinschaft“, meint ein erfahrenes Mitglied, „und wir tun das ja auch für eine gute Sache, da liegen ja auch so viele Kinder, polnische und russische Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die sollen hier doch auch in Würde liegen, wo ihr kleines Leben doch so kurz und so hart war“, ergänzt die Freundin. „Ich finde es wichtig zu erkennen, was Krieg anrichtet, dass er Tod und Leiden bringt und es schockiert mich zu lesen, wie jung viele Menschen gestorben sind. Und das geht einem dann auch so durch den Kopf, wenn man da Laub harkt.“, sinniert einer, der es wissen muss, denn er hat mehrere Jahre mitgemacht. Wir, die Erwachsenen unseres Ortes, dürfen uns ganz besonders darüber freuen zu erkennen, wie viel Bewusstsein, Feinfühligkeit und Einsatzstärke „die Jugend von heute“ mitbringt.

Ein schönes Zeichen für eine Zukunft in Frieden und Freiheit, denke wir.

Elisabeth Sdrojek und Uwe Fassauer

Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Das „Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ (Gräbergesetz) trat am 1. Juli 1965 in Kraft. Es dient, so heißt es in der Novellierung aus dem Jahr 2012, „dazu, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in besonderer Weise zu gedenken und für zukünftige Generationen die Erinnerung daran wach zu halten, welche schrecklichen Folgen Krieg und Gewaltherrschaft haben“.