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Januar 2020

01. Januar              Neujahr
17.00 Uhr                Gemeinsamer Gottesdienst in der St. Peter-Paul-Kirche Hermannsburg
                                Anschl.: Neujahrsempfang

05. Januar              2. Sonntag nach Weihnachten
10.00 Uhr                Gottesdienst mit Abendmahl

12. Januar              1. Sonntag nach Epiphanias
10.00 Uhr                Gottesdienst

19. Januar              2. Sonntag nach Epiphanias
10.00 Uhr                Gottesdienst mit Taufen

26. Januar              3. Sonntag nach Epiphanias
10.00 Uhr                Gottesdienst

Epiphanias

An Epiphanias, dem 6. Januar, ziehen nach altem Brauch Kinder als Sternsinger singend von Haus zu Haus. Diese Tradition ist in vielen katholischen, aber auch in evangelischen Gegenden beheimatet. Epiphanias ist eines der ältesten kirchlichen Feste. Der Tag erinnert an Jesus in der Krippe, also nach christlichem Glauben an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher kommt auch der Name Epiphanias, abgeleitet vom griechischen Wort „epiphaneia“ für „Erscheinung“.

Text: www.ekd.de

Wo meine Bilder hängen

Andacht von Dieter Rathing über die Jahreslosung 2020:

"Ich glaube, hilf meinem Unglauben!  Markus 9,24

„Ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube, dass im Himmel ein paar von meinen Bildern hän- gen.“ So soll der spanische Ma- ler Pablo Picasso (1881-1973) einmal auf die Frage nach seinem Glauben geantwortet haben. Er glaube nicht an Gott, sagt er. Aber schon im nächsten Halbsatz glaubt er an einen Himmel, in dem seine Bilder hängen. Wie die Farben auf seiner Palette mischt Picasso in einen Satz beides, Glauben und Unglauben.

Ich finde, so darf man vom Glauben sprechen. Und vom Unglauben auch. Das mischt sich immer wieder ineinander. Skepsis und Hoffnung. Über- zeugung und Zweifel. Gewiss- heit und Möglichkeit. Einerseits glaube ich nicht, andererseits hoffe ich aber doch. In manchen Momenten bin ich fest über- zeugt von Gott, zu anderen Zeiten habe ich Fragezeichen. Mal sehe ich gar keinen Him- mel, und mal glaube ich, dass da meine Bilder hängen.

Meine Erfahrung ist: Echter Un- glaube ist genauso selten wie ein Glaube ohne Fragezeichen. Wir schwimmen meistens im großen grauen Meer dazwi- schen. Mal sind wir der einen Küste näher, mal der anderen. Wichtig ist, dass wir das Schwimmen nicht verlernen. Denn wenn wir auf der Seite des Unglaubens ankommen, dürfen wir trotzdem noch mal ins Wasser gehen. Wer will das ausschließen? Und kommen wir auf der Seite des Glaubens an, können wir trotzdem noch mal ins Meer geworfen werden. Wer will das wissen?

Was ich aber weiß, dauerndes Schwimmen macht auch müde. Und wo lege ich im Zweifel dann zuerst an? Da oder hier? Hier oder da? Für mich steht die Entscheidung fest. Ich mag keine kahlen Wände. Ich mag keine leeren Räume. Ich ent- scheide mich für den Glauben. Ich entscheide mich für den, bei dem im Himmel meine Bilder hängen. Auch wenn ich noch mal raus ins Meer geworfen werden sollte. Ich weiß, wo ich hin will. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

Dieter Rathing
Landessuperintendent im Sprengel Lüneburg