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Netz gegen Rechtsextremismus

Nächstenliebe verlangt Klarheit

"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Das ist vermutlich der bekannteste Satz des Grundgesetzes. Dieser Satz steht im guten Einklang mit dem biblischen Menschenbild. Deshalb betonen wir auch immer und immer wieder, dass jeder Mensch ein Original Gottes ist und seinem Ebenbild entspricht. Jeder Mensch ist von Gott gewollt, ohne Unterschied. Deshalb darf die Menschenwürde auch nie auf eine Gruppe von Menschen beschränkt werden. Alle Menschen sind von Gott geschaffen und deshalb auch gleich viel wert.

Rechtsextremisten betonen genau das Gegenteil. Sie betonen nicht die Gleichheit der Menschen, sondern ihre Ungleichheit. Ausgangspunkt ihrer Überzeugung ist die Rassenideologie der Nazis. Schon sie gingen von der Ungleichheit der Menschen aus. Aufgrund unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Erziehung sind Menschen in ihren Augen eben nicht gleich viel wert. Wir Christen widersprechen aber dieser Ideologie. Sie steht in krassem Gegensatz zu unserem Grundsatz, dass Gott der Schöpfer aller Menschen ist, unabhängig von Hautfarbe, Religion oder kulturellem Hintergrund.

In der jüdischen Thora, also in unseren fünf Büchern Mose, steht: "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn und schuf sie als Mann und Frau." Deshalb widersetzen wir uns auch jeder Ideologie, die sich nicht für die Gleichstellung, Gleichbehandlung und Gleichberechtigung aller Menschen einsetzt.

"Nächstenliebe verlangt Klarheit!" Unter diesem Motto wendet sich die Evangelische Kirche gegen den Rechtsextremismus. Ich bin froh, dass die Kirche so deutlich und klar Stellung bezieht gegen den Rechtsextremismus. Nächstenliebe verlangt Klarheit.  Sie verlangt, dass wir klar hinsehen, klar reden und klar handeln. Wir können uns nicht vornehm heraushalten, wo wir rechtsextreme Meinungen hören. Wir müssen Stellung beziehen. Wenn Menschen angegriffen werden, Ausländer diffamiert oder verfolgt werden, dann müssen wir reagieren. Wir müssen helfend eingreifen.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Sie zu achten und zu schützen ist nicht allein die Aufgabe des Staates. Sie ist auch unsere Aufgabe. Deshalb können wir weder Ausländerfeindlichkeit tolerieren noch die Meinung, dass nur das Starke gut sei. Deshalb widerspricht Rechtsextremismus auch fundamental unseren christlichen Grundüberzeugungen und Maßstäben. Wir müssen sogar deutlich sagen: Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar.

Wilfried Manneke

Demo gegen rechtsextreme Winter-Sonnwendfeier

21. Dezember 2019 in Eschede, 14.00 Uhr. Treffpunkt an der L 281, Abbiegung "Zum Finkenberg".

Immer wieder finden auf dem Hof des NPD-Aktivisten Joachim Nahtz (Eschede) Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben schon eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als „Brauchtumsfeiern“. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Sonnenwendfeiern“ alles anderes als harmlos. Deshalb protestieren wir auch vehement gegen diese Treffen. Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen.

Rechtsextreme treten mit Füßen, was für uns einen hohen Wert hat: Die Unverletzbarkeit der Menschenwürde, die Garantie der Menschenrechte, die Gleichberechtigung aller Menschen, ihre Gleichstellung und Gleichbehandlung.