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TV: Kreuz ohne Haken

Die Kirchen und die Rechten

45 Min. - Das Erste (ARD)

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Neonazis erstürmen in Dortmund kurz vor Weihnachten den Turm der Reinoldi-Kirche im Zentrum der Stadt. Oben feuern sie Leuchtraketen ab und hängen ein islamfeindliches Banner auf: eine bewusste Provokation. Die Bilder verbreiten sich rasch. Sie stehen symbolisch für einen Konflikt, der die beiden christlichen Kirchen beschäftigt wie seit vielen Jahren kein Thema mehr, die Auseinandersetzung mit den Rechten.

Durch ihre klare Position in der Flüchtlingsfrage haben sich die Kirchen Feinde gemacht und sind Angriffen von Rechts ausgesetzt. Beleidigungen, Morddrohungen, Körperverletzung - das ist der Preis, den viele Pfarrerinnen, Pastoren und Priester für ihr Engagement für Flüchtlinge bezahlen müssen. Wie gehen die Kirchen mit dieser Situation um? Und was bedeuten solche Angriffe für die betroffenen Geistlichen und ihre Vorgesetzten?

Kurz vor der Bundestagswahl wird diese Frage besonders wichtig. Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte könnte eine rechte Partei in den Bundestag einziehen. Kirchen sind auch da, um den Menschen Antworten zu geben. Aber welche Antwort geben sie auf die erstarkte Rechte in Deutschland? Und wie politisch darf Kirche überhaupt sein? 

Durch das Aufkommen der AfD hat sich das gesellschaftliche Klima verändert. "Es gibt auf allen Ebenen eine Verschiebung. Rechte Kräfte sind stärker geworden. Und das spüren alle, auch die Kirche.", meint der katholische Politikwissenschaftler Andreas Püttmann.

Was erleben Geistliche, die sich schon seit Jahren im Kampf gegen Rechts engagieren? Wie umgehen mit rechten Christen, die in die AfD eingetreten sind? Und wer steckt hinter der Kirchturmbesetzung in Dortmund?

Ein Film über die Kirche im Kreuzfeuer rechter Extremisten und Populisten - und ihre Suche nach Antworten.

Film von Dominique Klughammer und Stefan Suchalla

Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus

Die "Initiative ´Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus´in der Ev.-lth. Landeskirche Hannovers (IKDR)" ist ein offener Zusammenschluss von Initiativen, Organisationen, Arbeitsgruppen und Einzelpersonen. Sie will mit ihrer Arbeit rechtsextreme und menschenfeindliche Haltungen innerhalb und außerhalb der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers benennen und ihnen konstruktiv entgegen treten. Dabei geht es nicht immer um geschlossene rechtsextreme Weltbilder, sondern auch um einzelne oder verbundene Segmente „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“.

Christen und Christinnen bekennen sich zu der einen Schöpfung und zu dem einen Gott Israels, dem Vater Jesu Christi, dessen erste Jünger und Jüngerinnen jüdischen Glaubens waren. Die mit dem Judentum und dem Islam verbindende Geschöpflichkeit des Menschen, die Befreiungsgeschichte des Volkes Israel und das davon abgeleitete Gebot, sich selbst als Gast auf dieser Erde zu fühlen und deshalb eben auch die vermeintlich oder tatsächlich „Fremden“ mit gleichen Rechten und gastfreundlich aufzunehmen, verbieten jede Form von ideologisch konstruierter Ungleichheit von Menschen oder Menschengruppen. Die Kirche versteht sich als „Volk Gottes aus allen Völkern“. Darum hat sie einen inklusiven, offenen Charakter ohne Ansehen von Person, Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion und Kultur.