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Mahnwache gegen Rechtsextremismus

Mahnwache gegen Rechtsextremismus

Am Samstag, dem 29. September 2018, findet in Eschede ab 14.00 Uhr Mahnwache gegen Rechtsextremismus statt. Treffpunkt ist an der L 281 (Hermannsburger Straße) Kreuzung "Am Dornbusch / Zum Finkenberg“.

Immer wieder finden auf dem Hof des NPD-Aktivisten Joachim Nahtz (Eschede) Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben schon eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als „Brauchtumsfeiern“. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Sonnenwendfeiern“ alles anderes als harmlos. Deshalb protestieren wir auch vehement gegen diese Treffen.

Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen.

Inhaltlich wollen wir die Mahnwache mit dem Thema "Geflüchtete und Asylsuchende“ füllen. Wir fragen uns, ob die „Willkommenskultur" ein Ende hat. Die Hetze der „besorgten Bürger“ bewegt nämlich diejenigen, die um WählerInnen-Stimmen fürchten, immer offener nach rechts Die einen hetzen, die anderen wollen die „besorgten“ Bürger nicht den rechten Hetzern überlassen und hetzen selber. Es ist völlig unverständlich, warum rechte Sprüche und rassistisches Denken und Handeln besser sein soll, wenn sie nicht von Rechtspopulisten oder Neonazis kommen, sondern von den „Etablierten“. Das Gegenteil ist der Fall.

Zu den Vorfällen in Chemnitz

Ich bin erschrocken über die Ausschreitungen in Chemnitz. Hetzjagd auf Menschen, nur weil sie ausländisch aussehen. Öffentliches Zeigen des Hitlergrußes. In Chemnitz wurden massiv Grenzen überschritten. Verbale, verletzende Grenzüberschreitungen sind in letzter Zeit wiederholt von AFD-Politikern begangen worden. In Chemnitz hat ein rechter Mob nun Taten folgen lassen.

Die aktuellen Ereignisse in Chemnitz werden von manchen Beobachtern als Ausdruck einer längeren Entwicklung gesehen. Städte, Dörfer und Kreise seien von der Bundesregierung mit dem Zuzug von Asylbewerbern allein gelassen worden. Das rächt sich nun, wird gesagt. Ich sehe noch ein Problem: Besonders in Sachsen wurden die Gefahren, die vom Rechtsextremismus ausgehen, bisher zu sehr verharmlost. Das rächt sich jetzt auch.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Sie zu achten und zu schützen ist nicht allein die Aufgabe des Staates. Sie ist auch unsere Aufgabe. Deshalb dürfen wir weder Ausländerfeindlichkeit tolerieren noch die Meinung, dass nur das Starke gut sei. Wir können uns eben nicht vornehm heraushalten, wo wir rechtsextreme Meinungen hören. Wir müssen Stellung beziehen. Wenn Menschen angegriffen werden, Ausländer diffamiert oder verfolgt werden, dann müssen wir reagieren.

Rechtsextremismus widerspricht fundamental unseren christlichen Grundüberzeugungen und Maßstäben. Als Christ muss ich sogar sagen: Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar.

Wilfried Manneke