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Andacht zum Thema: Sorget nicht!

Andacht am 26. August 2017 in der Celleschen Zeitung

Sorget nicht!

„Guten Morgen, liebe Sorgen seid ihr auch schon alle da?“ Jürgen von der Lippe hat mit seinem Lied die Sache auf den Punkt gebracht. Jeder kennt Sorgen. Jeder hat Sorgen. Sorgen gehören zum Leben wie das tägliche Brot. 

Was meint Jesus aber mit seinem Aufruf in der Bergpredigt: Sorget nicht? Nimmt er etwa unsere Sorgen nicht ernst?

Niemand versteht unsere Sorgen so gut wie Jesus selbst. Er hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt, heute nicht zu wissen, wovon er morgen leben soll. Deshalb meint Jesus mit seinem Aufruf auch nicht: Gebt die Sicherheiten des Lebens auf. Vorsorge und Fürsorge bleiben ihm wichtig. Niemand soll sich seiner Verantwortung entziehen. Es geht Jesus vielmehr um ein übersteigertes, ängstliches Sorgen. Dagegen spricht er sich aus. Es geht ihm um ein Sorgen, das nicht mehr mit der Fürsorge Gottes rechnet. So richtet er die Augen seiner Jünger auf die Natur: „Seht die Vögel unter dem Himmel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?“

Von Gott, dem Schöpfer, ist hier die Rede. Er hat sich zum Ziel gesetzt, alles, was er erschaffen hat, auch zu erhalten. Wenn er sich aber bereits so sehr um die Natur sorgt, wird er dann nicht erst recht für uns Menschen sorgen?

Bringen wir uns also nicht ständig in Unruhe, indem wir ängstlich darüber grübeln, was wir zur Erhaltung des Lebens brauchen. So verhalten sich Menschen, die Gott nicht kennen. Da sie nicht mit Gottes Fürsorge rechnen, müssen sie eben alles selber machen. Daraus entstehen aber neue Sorgen, z.B., ob die eigenen Kräfte auch reichen werden. So folgt eine Sorge auf die andere. Jemand hat 'mal gesagt: sie "zersorgen" sich. „Zersorgen“ kann in der Tat einen Menschen so gefangen nehmen, dass er handlungsunfähig wird. Übertriebenes Sorgen kann einen Menschen kaputt machen. Lernen wir deshalb zwischen notwendigem und belanglosem Sorgen zu unterscheiden. Angeblich treffen 90% aller Sorgen, die wir uns machen, sowieso nicht ein.

„Sorget nicht!“ Jesus ruft in der Bergpredigt dazu auf, Gott mehr zu vertrauen. Was wir brauchen, will Gott uns geben. Keine Angst! Der Gott, der Himmel und Erde in seinen Händen hält, ist nie am Ende. Unser Bild von ihm ist zwar oft begrenzt, Gott ist aber weitaus größer, als wir von ihm denken. Darauf dürfen wir vertrauen.

Wilfried Manneke
Pastor in Unterlüß

Lernen wir zwischen notwendigem und belanglosem Sorgen zu unterscheiden.

Pastor Wilfried Manneke

Wilfried Manneke, geboren 1953 in Delmenhorst, verheiratet, vier Söhne, machte sein Vikariat in Oldenburg, Kapstadt (Südafrika) und Varese (Italien). Am 1.Mai 1983 (Tag der Arbeit) wurde er in Oldenburg-Ofenerdiek ordiniert, danach war er zwölf Jahre als EKD-Auslandspfarrer in Eshowe (Südafrika) und Vanderbijlpark (Südafrika) tätig, in deutsch- und englischsprachigen Gemeinden.

Seit dem 1. September 1995 ist er Gemeindepfarrer der Ev.-luth. Friedenskirche in Unterlüß. Er ist auch Vorsitzender des Kirchenvorstandes.

In Celle ist er seit März 2006 auch Vorsitzender des Kirchenkreistages. Darüber hinaus verantwortet er im Kirchenkreis die Südafrika-Partnerschaftsarbeit mit und ist als Feuerwehr- und Notfallseelsorger im Einsatz.

Er ist Mitgründer des "Bündnis Arbeitssuchender in Niedersachsen" (BAN). Dieses Engagement hat sich ergeben aus seiner langjährigen Betreuung eines "Stammtisch für Erwerbslose" in Unterlüß. Er ist auch Gründungsmitglied des "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" und der "Initiative ´Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus´in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers".