Kirchenfenster der Friedenskirche, Foto: Sabine Manneke

Friedensbunker Unterlüß - Historie und Konzept

Bauvorhaben: Kultur- und Bildungsprojekt „Friedensbunker Unterlüß“

Bauherr: Ev.-Lutherische Friedenskirche Unterlüß, Schulstraße 9, 29345 Südheide-Unterlüß, vertreten durch den Kirchenvorstandsvorsitzenden Uwe Fassauer

„Konzept der Projektgruppe Friedensbunker“

Die Friedenskirche in Unterlüß und direkt neben dem Kirchengebäude befindet sich eine unterirdische Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg (1939-1945). Ein sogenannter Luftschutz Deckungsgraben aus Stampfbeton mit einer Länge von ca. 25 m parallel zur angrenzenden Schulstraße. Auf Sichtweite steht noch das Gebäude einer ehemaligen Kröger-Schule für 1-4 Klässler.

Zu jeder Zeit ist Frieden elementar wichtig und zu jeder Zeit war und ist Frieden gefährdet. Krieg und Frieden, so hat uns die Geschichte gezeigt liegen auch oft dicht nebeneinander. So wie die Kirche und der Bunker in der Schulstraße. Der Eingang zur Kirche und der Eingang zum ehemaligen Bunker liegen nur 7m voneinander getrennt.

Wir möchten ein Zeichen setzen:

In der Ortschaft Unterlüß, Gemeinde Südheide ist die Kirche der Friedenskirchengemeinde zu finden. Die Besonderheit der 1994 komplett neu gestalteten Kirche besteht darin, dass direkt neben der Kircheneingangstür nur ca. 5-7 m entfernt sich der Eingang eines ehemaligen Erdbunker befindet.

Dieser Erdbunker/Splitterschutzgraben wurde um 1944 auch mit Hilfe von Zwangsarbeitern in der Kriegszeit des 2. Weltkrieges direkt neben der Kirche aus Stampfbeton zum Schutz vor Fliegerangriffen der Alliierten gebaut.

Im Umfeld und in Sichtweite steht noch die alte Krögerschule. Bei Luftangriffen und Fliegeralarm mussten Kinder der Klassen 1-4 in den Bunker kriechen und mit anderen Schutzsuchenden die Todesgefahren der bedrohlichen alliierten Bombenangriffe aushalten. Im April 1945 wurde Unterlüß schwer durch Fliegerbomben getroffen. Von diesen damaligen Schülern leben heute noch einige Zeitzeugen in Unterlüß.

Der ehemalige Schutz Bunker ist ein in Beton gestampftes erhaltenes unterirdisches Bauwerk aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ein Zeugnis aus der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, das für unendliches Leid und millionenfaches Sterben steht. Nazitum und Ideologien der Gewaltherrschaft gefährden immerwährend den Frieden.

Wir möchten ein Zeichen setzen:

Die Friedenskirche Unterlüß trägt ihr Bunker-Konzept „Frieden“ schon in ihrem Namen. Nach dem Willen der Projektgruppe der Friedenskirchengemeinde soll direkt neben der Kirche eine Gedenkstätte, ein Mahnmal ein Ort der Besinnung entstehen.

Dabei möchten wir an diesem Ort mit Kirche und neben liegenden Bunker, viele Menschen verschiedener Generationen und Kulturen zum Dialog und Gedenken einladen

Ein begehbares sichtbares Zeugnis von Gewaltherrschaft und millionenfaches Leiden und Sterben. Wir möchten Jugendliche und Erwachsene für Friedensarbeit interessieren.

Gemäß dem Psalmwort:34, Vers 15 „Suche Frieden und jage ihm nach!“

Für die Projektgruppe 2017:  Kurator und Kirchenvorstandsvorsitzender Uwe Fassauer